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Notebooks: Die Qual der Wahl
Erstellt von Redaktion am 12. November 2004, 13:27 ; bisher 425 mal aufgerufen

Mobiler Alleskönner oder intelligenter Reisebegleiter? Die Produktzyklen werden immer kürzer und es wird immer schwieriger auf dem aktuellen Wissenstand zu bleiben. Zwei Geräteklassen dominieren derzeit den Markt: Der mobile "Allround-PC" und der Bürocomputer für unterwegs. Ersterer nimmt es in Sachen Leistung und Funktionalität selbst mit den voluminösen Blechkisten unterm Schreibtisch auf, letzterer punktet durch sein Leichtgewicht. Welches Gerät für Sie die richtige Wahl ist, entscheidet allein der vorgesehene Verwendungszweck.

Über den Verwendungszweck sollte man sich möglichst vor dem Kauf bereits im Klaren sein, denn Heimwerken ist bei Notebooks weniger empfehlenswert.

Darf's ein bisschen mehr sein?


Die Leistungsorgien in den Werbeblättern der "Geiz-ist-geil-Märkte" sind für den praktischen Einsatz meist völlig unerheblich. Was beim PC niemanden interessiert: Für den mobilen Einsatz ist die Akkulaufzeit oft das entscheidende Kriterium. Bildschirme so breit wie Kinoleinwände und Prozessoren, mit deren Abwärme problemlos eine Studentenbude ohne Heizung über den Winter käme, sind der Laufzeit nicht sonderlich zuträglich.

Ein 15 Zoll TFT-Monitor entspricht in Größe und Auflösung (1024 x 768) ungefähr einem traditionellen 17-Zoll Röhrenpedant. Für den mobilen Büroeinsatz sind stromsparende 15 Zoll 3:4-Format daher völlig ausreichend. Dem besseren Überblick dient eine 15,4 Zoll Diagonale mit der Auflösung von 1280 x 800 Pixel. Die höhere Auflösung bei fast gleicher Fläche lässt die dargestellten Objete jedoch kleiner erscheinen.

Auch muss berücksichtigt werden, dass die mobilen Prozessortypen bei gleicher Taktfrequenz nicht mit üblichen Rechenwerken verglichen werden dürfen. Die neue Pentium M ("M" für "mobil") Generation von Intel ist bei gleicher Taktrate ihrem Pentium 4 Bruder in Sachen Leistung deutlich überlegen. Gleichzeitig benötigen sie nur einen Bruchteil der Energie und tragen damit erheblich zur Schonung des Akkus bei.

Doch wieviel Leistung benötigt eigentlich ein Office Programm, eine Internet Anwendung oder der DVD-Videofilm für zwischendurch? Wenn Sie nicht gerade Videospiele der neuesten Action-Generation oder Videoschnitt Programme mobil betreiben wollen, so ist selbst ein "Pentium M" der unteren GHz-Kategorie völlig ausreichend. Analog dazu ist die verbaute Grafikkarte zu sehen: Für Standard- Anwendungen tut's der integrierte "Shared-Memory-Chip" allemal. Es sei denn, die neueste High-End-3D-Flugsimulation ist ein entscheidendes Kriterium. Dann geht kein Weg an einer speziellen Grafikkarte neusten Kalibers vorbei.

Jeder hat im Büro bereits ein Gerät um CDs und evtl. DVDs zu beschreiben. Wozu also noch ein Brenner mehr fürs Notebook? Die Notebook- Daten werden doch bei der Rückkehr sowieso über das Netzwerk mit dem Büroserver abgeglichen. Selbst wenn der Datenaustausch unterwegs stattfinden sollte, so kann dieser auch über Netzwerk (LAN oder WLAN) stattfinden. Eine CD-Brenner/ DVD ROM- Kombi wäre daher für den Datenaustausch unterwegs völlig ausreichend. Die Feature- Schlachten der Hersteller zielen daher auf den Home- Anwender, bei dem das Notebook den PC vollständig ersetzt.

512MB Hauptspeicher sollten Sie Ihrem Notebook schon gönnen: Je weniger Hauptspeicher desto mehr muss der Rechner auf Festplatte auslagern - und das kostet Energie und Akkulaufzeit.

Das Tor zur Außenwelt: die Schnittstellen

"Firewire" ist ein Standard, der für Medien wie z.B. Camcorder und externen Festplatten eine wichtige Rolle spielt. Beabsichtigen Sie keine dieser Geräte an Ihr Notebook anzuschließen, dann ist ein schneller USB 2.0-Anschluss völlig ausreichend und ist heute fast bei jedem Gerät berits ab Werk vorhanden. Damit können Sie bedenkenlos Drucker, Webcams, digitale Fotoapparate, Scanner, Maus, Tastatur oder externe CD-/ DVD-Brenner anschließen. Andere Schnittstellen, wie z.B. ein paralleler Druckeranschluss, lassen sich zur Not über externe Adapter (USB - Extender) nachrüsten.

Die WLAN-Schnittstelle für die drahtlose Verbindung gehört heute bereits zum Standard. Das bekannte "Centrino"-Logo von Intel besagt übrigens nur, dass Prozessor, WLAN als auch Chipsatz aus dem Hause INTEL stammen. Gleiche Leistungsmerkmale kann man jedoch auch ohne "Centrino"-Logo erhalten.

Masse oder Klasse?

Faktoren, die in keinem Farbprospekt auftauchen, sind beim professionellen Einsatz des kleinen Begleiters wesentlich wichtiger: Verarbeitung, Gewicht, Größe, Druckpunkt und Ansprechverhalten der Tastatur oder die Ergonomie des Mausersatzes (meist ein sog. "Touchpad"). Peripherie- Anschlüsse können zu exponiert angebracht sein und Scharniere am Bildschirm zu Bruchstellen neigen. Besonders bei der Tastatur wird bei Billigangeboten meist geschludert. Die Tastatur ist als Ganzes nachgiebig und der Druckpunkt nicht definiert. Auch das Gewicht kann ein Billiggerät nach kurzer Zeit aus der Reisetasch in die Büroecke verbannen.

Das soll natürlich nicht heißen, dass jedes Gerät, das im Gurkenregal feilgeboten wird, Probleme aufweist. Man sollte hier beim Kauf nur etwas genauer hinschauen und sich nicht zu sehr von technischen Daten ablenken lassen..

Weiche Ware

Für den Betrieb benötigt Ihr Notebook neben den Anwendungsprogrammen natürlich auch ein Betriebssystem. Für den professionellen Einsatz empfehlen wir Microsoft WINDOWS XP professional. Für kleinere Unternehmen kann es sinnvoll sein, die Lizensierung des Bestands mit in die Kaufentscheidung einfließen zu lassen. Eventuell macht die Anschaffung eines Betriebssystems und Office-Pakets in Zusammenhang mit weiteren sowieso anstehenden Aufrüstungen die Umstellung auf das "OPEN License" Lizenzprogramm preislich attraktiv?

Und vergessen Sie beim Kauf nicht das Zubehör: Ein Notebook ohne Tasche ist wie vier Wochen Sibirien in der Badehose. Eventuell benötigen Sie für längeren mobilen Einsatz einen Reserveakku oder eine externe Maus?


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